Wissenswertes
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Welche DC-Schnellladestation passt zu meinem Standort?
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Netzanschluss für DC-Schnelllader – welche Leistung brauche ich?
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DC-Schnelllader trotz begrenztem Netzanschluss
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DC-Schnelllader für Gewerbe, Fuhrpark und Kundenparkplatz
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Was kostet ein DC-Schnelllader wirklich?
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DC-Schnelllader öffentlich betreiben: Abrechnung, Eichrecht und Backend
DC-Schnelllader für Gewerbe, Fuhrpark und Kundenparkplatz
Elektromobilität wird für Unternehmen immer wichtiger. Kunden, Mitarbeiter, Dienstwagenfahrer und Flottenbetreiber erwarten zunehmend zuverlässige Lademöglichkeiten. Für viele Standorte reicht eine klassische AC-Wallbox aus. Wenn Fahrzeuge jedoch in kurzer Zeit nachgeladen werden sollen, wird eine DC-Schnellladestation interessant.
DC-Schnelllader eignen sich besonders für gewerbliche Standorte, an denen Fahrzeuge nur begrenzte Standzeiten haben oder mehrere Fahrzeuge pro Tag geladen werden sollen. Das betrifft zum Beispiel Autohäuser, Werkstätten, Hotels, Supermärkte, Betriebshöfe, Logistikstandorte und öffentliche Ladepunkte.
Wann lohnt sich ein DC-Schnelllader im Gewerbe?
Ein DC-Schnelllader lohnt sich, wenn Ladezeit ein entscheidender Faktor ist. Bei AC-Ladung stehen Fahrzeuge oft mehrere Stunden. Bei DC-Ladung kann in deutlich kürzerer Zeit relevante Reichweite nachgeladen werden.
Das ist besonders wichtig, wenn Fahrzeuge schnell wieder verfügbar sein müssen. Für Autohäuser und Werkstätten bedeutet das: Fahrzeuge können vor Probefahrten, Übergaben oder Servicearbeiten schneller geladen werden. Für Fuhrparks bedeutet es: Fahrzeuge können zwischen Einsätzen nachgeladen werden. Für Kundenparkplätze bedeutet es: Der Ladevorgang passt besser zur Aufenthaltsdauer.
Einsatz im Autohaus und in der Werkstatt
Autohäuser und Werkstätten gehören zu den typischen Einsatzorten für DC-Schnelllader. Fahrzeuge müssen häufig kurzfristig geladen werden: für Probefahrten, Auslieferungen, Servicearbeiten oder interne Logistik.
Ein 50-kW-Schnelllader kann hier bereits einen großen Mehrwert bieten. Bei höherem Fahrzeugdurchsatz oder mehreren parallelen Ladevorgängen können auch 100 kW, 150 kW oder 200 kW sinnvoll sein.
Einsatz im Fuhrpark
In Firmenfuhrparks ist Ladezeit oft direkt mit Fahrzeugverfügbarkeit verbunden. Fahrzeuge, die tagsüber im Einsatz sind, müssen zwischendurch oder in kurzen Standzeiten geladen werden.
Ein DC-Schnelllader kann helfen, Ladefenster besser zu nutzen. Das ist besonders relevant bei Servicefahrzeugen, Poolfahrzeugen, Lieferfahrzeugen oder gewerblich genutzten Pkw.
Zusätzlich kann ein Lastmanagement dafür sorgen, dass die vorhandene Anschlussleistung optimal genutzt wird und die Ladeleistung abhängig vom Gebäudeverbrauch geregelt wird.
Einsatz auf Kundenparkplätzen
Für Handel, Gastronomie, Hotels oder Dienstleistungsstandorte kann Schnellladen ein zusätzlicher Kundenservice sein. Wer während des Einkaufs, Termins oder Aufenthalts laden kann, nimmt den Standort als moderner und serviceorientierter wahr.
Bei Kundenparkplätzen muss besonders auf einfache Bedienung, Abrechnung und Zugänglichkeit geachtet werden. Wird der Ladepunkt öffentlich zugänglich betrieben, sind unter anderem Anforderungen an Ad-hoc-Zahlung, Preistransparenz und Meldung zu beachten. Seit dem 13. April 2024 gelten EU-weit AFIR-Vorgaben für öffentlich zugängliche Ladepunkte, darunter Anforderungen an das punktuelle Laden ohne vorherigen Vertrag.
Halböffentlich oder öffentlich?
Nicht jede gewerbliche Ladesäule ist automatisch öffentlich. Ein Ladepunkt kann intern, halböffentlich oder öffentlich betrieben werden.
Ein interner Ladepunkt ist nur für eigene Fahrzeuge oder Mitarbeiter bestimmt. Ein halböffentlicher Ladepunkt kann zum Beispiel Kunden oder Gästen zur Verfügung stehen. Ein öffentlich zugänglicher Ladepunkt ist für einen unbestimmten Nutzerkreis erreichbar und unterliegt zusätzlichen Anforderungen.
Die Einstufung sollte früh geklärt werden, weil sie Auswirkungen auf Abrechnung, Backend, Zahlungsoptionen und Meldepflichten hat.
Welche Ladeleistung passt zu welcher Anwendung?
| Anwendung | Typische Leistung | Hinweis |
|---|---|---|
| Autohaus / Werkstatt | 50–200 kW | abhängig von Fahrzeugdurchsatz |
| Hotel | 50 kW | passend zu längeren Aufenthalten |
| Supermarkt / Handel | 50–150 kW | Kunden laden während des Einkaufs |
| Firmenfuhrpark | 50–200 kW | abhängig von Standzeiten |
| Ladepark | 200–400 kW | hohe Frequenz und kurze Ladezeiten |
| Logistik | 200 kW und mehr | abhängig von Fahrzeugtyp und Einsatzprofil |
Kombination mit PV und Speicher
Viele Gewerbestandorte haben große Dachflächen und damit Potenzial für Photovoltaik. Eine PV-Anlage kann die Ladeinfrastruktur energetisch unterstützen. Besonders interessant wird die Kombination mit einem Batteriespeicher.
Der Speicher kann PV-Strom zwischenspeichern, Lastspitzen reduzieren und bei begrenztem Netzanschluss zusätzliche Leistung für Schnellladevorgänge bereitstellen. Dadurch wird Ladeinfrastruktur planbarer und der Eigenverbrauch steigt.
Häufige Fragen
Ist ein DC-Schnelllader für einen kleinen Betrieb sinnvoll?
Ja, wenn Fahrzeuge schnell wieder einsatzbereit sein müssen oder Kunden einen hochwertigen Ladeservice erhalten sollen.
Reicht eine Wallbox nicht aus?
Eine Wallbox reicht aus, wenn Fahrzeuge mehrere Stunden stehen. Wenn kurze Ladezeiten wichtig sind, ist DC-Laden sinnvoller.
Kann ich den Schnelllader öffentlich anbieten?
Ja, dann müssen jedoch Anforderungen an Abrechnung, Zugang, Meldepflicht und Zahlungsoptionen berücksichtigt werden.
Fazit
DC-Schnelllader sind besonders interessant für gewerbliche Standorte, an denen Ladezeit, Fahrzeugverfügbarkeit und Kundenservice wichtig sind. Je nach Anwendung reichen 50 kW aus oder es werden höhere Ladeleistungen benötigt.
Ob Autohaus, Fuhrpark, Kundenparkplatz oder Ladepark: Die passende DC-Schnellladestation hängt vom Standort und der Nutzung ab.